Quilt, traditionelle Textilie, bei der drei Lagen durch Stiche miteinander verbunden sind: zwei Lagen Stoff und dazwischen eine Lage voluminösen, weichen Materials (in der Regel Baumwolle). Quilts werden am häufigsten als Bettdecken benutzt. Gequiltete Stoffe finden auch für Kleidung, auf Polstermöbeln und ganz allgemein zur Dekoration Verwendung.

Technik

Quilts werden nach der Art des Musters auf ihrer Oberseite eingeteilt. Der meist einfarbige Stoff kann unverändert bleiben, die Quiltstiche selbst bilden dann das Muster. Oder der Oberstoff besteht aus Applikationen, d. h. verschiedenfarbige oder gemusterte Stücke werden so auf den Stoff genäht, dass Bilder und Muster entstehen. Des Weiteren kann der Oberstoff selbst aus Patchwork bestehen, dabei werden unterschiedliche Stoffstücke so aneinander genäht, dass ein geometrisches Muster entsteht. Die Bezeichnung Quilten betrifft erst die letzte Stufe der Herstellung, wenn die drei Lagen, die in einen Rahmen gespannt sind, mit kurzen Heftstichen aufeinander genäht werden. Dieser letzte Schritt dient nicht nur der Befestigung, sondern hat auch eine künstlerische Funktion: Das durch die Heftstiche erzeugte Muster ergibt in dem dreilagigen Quilt Höhen und Tiefen, so dass Licht und Schatten den Entwurf reliefartig hervortreten lassen.

Geschichte

Die Technik des Quiltens entstand bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Chinesen, Russen und die präkolumbianische Bevölkerung Mittelamerikas trugen gequiltete Kleidung, um sich zu wärmen und zu schützen. Kreuzfahrer brachten die Technik nach Europa, wo sie für Schlafbekleidung und Unterwäsche eingesetzt wurde. Das älteste erhaltene Exemplar, aus gesticktem, grobem Leinen, datiert aus dem 15. Jahrhundert. Die meisten Quilts aus dieser Zeit zeigen entweder den Quiltstich oder die Applikation. Der älteste erhaltene Patchworkquilt, der Levens-Hall-Quilt, wurde im 17. Jahrhundert in England aus importiertem indischem Chintz gearbeitet. Die Qualität des Entwurfs lässt darauf schließen, dass es sich nicht um den ersten Quilt dieser Art handelt.

Die ersten Quilts in Amerika wurden von holländischen und englischen Kolonisten eingeführt und waren appliziert. Die Pionierfrauen mussten einerseits der Stoffknappheit Rechnung tragen und wollten sich andererseits künstlerisch betätigen; daher verwendeten sie größte Sorgfalt auf phantasievolle geometrische Muster bei ihren Patchworkquilts. Viele Quilts wurden signiert und mit Jahreszahlen versehen.